Wir gehen einem neuen Zinsexperiment entgegen

Gold gewinnt momentan bei vielen Investoren wieder an Beliebtheit. Überteuert ist das Edelmetall aber noch nicht, meint Thorsten Polleit. Warum die Zinsexperimente der EZB dem Goldpreis helfen, aber für den Euro brandgefährlich sind, erklärt der Experte im finanzen.net-Interview.

Herr Polleit, man hört oft, dass sich Goldpreis und Aktienkurse gegenläufig verhalten würden. In letzter Zeit sind jedoch sowohl Goldpreis als auch Aktienmarkt gestiegen. Selbst die erste leichte Leitzinserhöhung der Fed konnte den Goldpreis nicht drücken. Was ist da los?

Thorsten Polleit: „Es kommt immer darauf an, welchen Zeitraum man betrachtet. Von den 70er Jahren bis heute sind sowohl die Aktienkurse als auch der Goldpreis gestiegen. Hier gibt es also eine eindeutig positive Korrelation zwischen beiden. Diese Entwicklung entsteht durch das ungedeckte Papiergeldsystem, in dem wir leben. In ihm werden alle Preise inflationiert, Aktien genauso wie Gold. In kürzeren Zeitabständen muss man hingegen differenzieren. Allerdings bezweifle ich, dass man aus kurzfristigen Bewegungen sinnvolle Anlageentscheidungen ableiten kann. Gold ist eine Währung mit Versicherungscharakter.“

Also ist Gold weiterhin ein sicherer Hafen?

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